Als meine kleine Maus getauft wurde habe ich es mir natürlich nicht nehmen lassen ein paar Zeilen in der Kirche vorzutragen in denen ich niedergeschrieben habe, was ich mir für sie wünsche. Unter anderem stand da geschrieben: Ich wünsche dir, dass du nie verlernst zu staunen, mit großen kindlichen Augen zu staunen!

Ich hoffe ihr erkennt sofort die Tragweite dieses Satzes! Und wenn nicht, dann helfe ich euch ein wenig auf die Sprünge, denn ich bin eine Meisterin des Staunens! Staunen hat für mich etwas mit kindlichem entdecken, Phantasie und Ehrfurcht zu tun. Gerade zu dieser Jahreszeit kommt man aus dem Staunen ja quasi gar nicht mehr heraus. Denn der Herbst mit all seinen Farben und Gerüchen ist einfach etwas ganz besonderes. Die Stimmung ist eine ganz andere als die des Sommers, irgendwie hat sie immer etwas magisches an sich. Wann habt ihr das letzte mal über genau diese Tatsache bewusst nachgedacht? Aha, das habe ich mir gedacht! Ihr seid wahrscheinlich viel zu beschäftigt mit Nachrichtem am Handy schreiben, telefonieren oder im Netz chatten, dass euch so etwas gar nicht mehr auffällt.

Als Kinder waren wir alle Entdecker und kleine Peter Pans, die Geschichten erfunden haben und unter jedem Laubhaufen ein Abenteuer witterten. Und es war das Staunen über die Welt, das jeden Tag aufs neue unsere Phantasie beflügelt hat. Und wer jetzt meint, das klingt doch alles einfach nur kitschig, der hat noch nie in kleine Kinderaugen geblickt die gerade zum ersten mal einen Baum entdecken.

Und genau dieses Staunen ist es, das ich mir bewahrt habe, ganz einfach in dem ich mir Zeit nehme die Natur in all ihrer Form und Schönheit jeden Tag auf mich wirken zu lassen. Und so kommt es, dass ich jedes Jahr aufs neue über das erste Schneeglöckchen des frühlings und über das erste bunt bemalte Blatt des herbstes staune. Und wer das Gefühl dieses kindlichen staunens ebenfalls kennt, der weiß was ich meine wenn ich sage: Das lässt die Seele tanzen. (Ich kann nichts dafür, das Leben ist halt einfach kitschig!) 🙂

Und jeden Tag wenn ich sehe wie meine Kleine mit riesengroßen Kulleraugen die Welt entdeckt ist dieses Staunen so präsent, da kann man gar nicht anders als ebenfalls zu staunen – über die Höhe der Bäume, das blau des Himmels oder das Geräusch, das der Regen macht wenn er auf unsere Fensterbank fällt.

Und wer dieses Staunen über die Kleinen Dinge im Leben verloren hat, der sollte ganz schnell etwas dafür tun um es wieder zu erlangen. Denn glaubt mir es macht wirklich Spaß dem kindlichen Peter Pan in uns einfach einmal wieder freien Lauf zu lassen.

Liebste Grüße

Eure Ella